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Archive for the ‘Rating’ Category

USA soll herabgestuft werden – Irland auf Ramsch

Die Ratingagentur Standard & Poor’s

    erwägt

eine Herabstufung der USA. Die Bonitätswächter bestätigten am Montag zwar die Top-Note „AAA“ für die Vereinigten Staaten, änderten den Ausblick aber von „stabil“ auf „negativ“. via

Das Überraschende an dieser Meldung ist eigentlich nicht das „erwägen“ einer Herabstufung Amerikas, sondern die Dauer, die ein solcher logischer Gedankengang benötigte. Eigentlich hätten die USA bereits 2009 deutlich heruntergestuft werden müssen, doch da die Ratingagenturen immer wieder ihre in Anführungszeichen „NEUTRALITÄT“ beweisen, kann ein solches Rating oder eben auch die Ankündigung nur mit einem großen Augenzwinkern betrachtet werden. Der Zusammenhang zwischen den Ratingagenturen und dem amerikanischen Staat ist eigentlich logisch aufgebaut: Verliert der USD an Bedeutung, verlieren auch die Ratingagenturen in Amerika an Bedeutung. Der Weg aus diesem Dilemma bleibt jedenfalls sehr spannend.

Der deutsche „Wirtschaftsweise“ Peter Bofinger hat sich angesichts der griechischen (O_o)Finanzkrise 2009/10 und der Gefahr eines Übergreifens auf weitere Länder für die Gründung einer „europäischen, nicht gewinnorientierten Ratingagentur“ ausgesprochen. Die drei großen Rating-Agenturen Standard Poor’s, Moody’s und Fitch hätten „bisher in jeder Krise massiv versagt“, seien dafür bislang aber noch nicht zur Rechenschaft gezogen worden. Es gebe weder einen echten Wettbewerb unter den Ratingagenturen noch hafteten sie für ihre Beurteilungen. via

In Irland sieht man mal, wie eine richtige Herabstufung ausieht:

Die Ratingagentur Moody’s hat die Bonität der irischen Banken gesenkt, die vom Staat gestützt werden müssen. Die Geldhäuser stehen zwei Noten schlechter da als zuvor. So ist der größte Kreditgeber des Landes, die Bank of Ireland nun unter „Ba1“ gelistet. (…) Das bedeutet, dass Moody’s die Anleihen aller Kreditinstitute der Insel als Junk einstuft. via

Vielleicht brauchen wir nicht die von Hr. Bofinger vorgeschlagene nicht gewinnorientierte europäische Ratingagentur, sondern einfach nur gesunden Menschenverstand. Denn eins steht fest: Eine europäische Ratingagentur wird die europäischen Länder bevorzugt bewerten, analog zu den amerikanischen Agenturen. Alles Andere wäre einfach nur dumm.

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Weltgrößter Rentenfonds stellt sich auf Schuldenkrise in den USA ein

Weil er einen massiven Wertverlust von US-Staatsanleihen befürchtet, trennte sich der knapp 240 Milliarden Dollar schwere Pimco Total Return Fund nach Angaben vom Mittwochabend bereits im Februar komplett von seinen Beständen an US-Schuldenpapieren. via

Nun kann mit Spannung Chinas nächster Schritt erwartet werden.

Verschiebung des größten Finanzplatzes der Welt nach Asien

Es gibt eine neue Horrormeldung, für die Amerikaner:

New York ist der größte Finanzplatz der Welt – doch das könnte sich bald ändern. Die US-Börsen werden immer kleiner, die Zahl der gelisteten Firmen schrumpft. Viele Unternehmen gingen pleite, andere flüchten vor strenger Regulierung. Neue Aktiennotierungen finden fast nur noch in Asien statt. via

An diesem Beispiel wird ersichtlich, dass die Spekulanten und auch neue Firmen einen großen Bogen um die USA machen. Jetzt wäre natürlich ein Vergleich mit europäischen Börsen auch noch schön, doch da erzählt uns der Spiegel leider nix von.

Und als Sahnehäubchen obendrauf kommt nun noch folgender Kracher, der natürlich „absolut“ überraschend kommt:

Die US-Behörden bereiten einem Zeitungsbericht zufolge in großem Stil Klagen gegen Finanzinvestoren wegen Insider-Handels vor. Betroffen sei eine ganze Reihe von Investoren wie Investment-Banker oder Hedgefonds-Manager, berichtete das „Wall Street Journal“ am Samstag. via

Jetzt is die Kacke aber am Dampfen! Auf nach Asien :-D

Amerika vs. China – Round II

Im Währungsstreit mit China hat das amerikanische Repräsentantenhaus den Weg für Strafmaßnahmen gegen Peking freigemacht. Die Abgeordneten stimmten am Mittwoch in Washington mit überwältigender Mehrheit für einen Gesetzentwurf, der das Handelsministerium bevollmächtigt, Strafzöllen wegen Währungsmanipulationen zu verhängen. Bislang darf das Ministerium solche Maßnahmen nur wegen unstatthafter Exportsubventionen gegen Handelspartner erlassen. via

Nun geht es wie vermutet um die Strafzölle. Wird dieses Gesetz im Senat abgesegnet, können die USA auf chinesische Importgüter Strafzölle erheben. Parallel dazu verkauft China seit einiger Zeit die amerikanischen Staatspapiere und…

…kauft verstärkt japanische Staatspapiere.
Zudem spielen auch die Chinesen eine Rolle. Um sich gegen einen Dollar-Verfall zu wappnen, kauft die Volksrepublik verstärkt japanische Staatspapiere. In diesem Jahr erwarb Peking mindestens 27 Milliarden Dollar an Yen-Papieren, das ist mehr als sechsmal so viel wie in den fünf Jahren zuvor. via

Warum sie jedoch gerade japanische Staatsanleihen kaufen, darüber kann momentan nur weiter spekuliert werden. China und Japan sind ja eigentlich nicht die besten Freunde.

Noda sagte, er wisse nicht, warum China diese Käufe forciert habe, werde sich in Peking aber um Aufklärung bemühen. Die Volksrepublik hatte im Juli kurzlaufende japanische Staatstitel im Wert von netto 7,6 Milliarden Dollar erworben. Die Ankäufe hatten Spekulationen ausgelöst, die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt schichte ihre Devisenreserven um: Dabei könnte China neben Dollar und Euro künftig einen größeren Yen-Anteil beimischen. via

Nun bleibt es natürlich spannend, welche Nation die oberhand behält: China oder Amerika.
Europa hält sich immer noch aus den Querelen heraus und beteiligt sich weiterhin als Zuschauer. Vielleicht ist das auch gut so.

Warum bestimmte Menschen beim Bezahlen unterschreiben und Andere den PIN eingeben müssen

Über praktisch jeden Nutzer von EC-Karten werden in Deutschland heimlich Risikoprofile angelegt. Abwickler von EC-Transaktionen speichern die einzelnen Zahlvorgänge, werten sie aus und unterteilen die Karteninhaber danach – ohne deren Wissen – in verschiedene Bonitätsklassen.
In der Praxis führt das zunächst einmal dazu, dass viele Kunden nicht mehr per Unterschrift bezahlen dürfen. Sie werden an der Kasse stattdessen gebeten, ihre Pin-Nummer einzugeben. Der Vorteil für Händler und EC-Abwickler: Beim Pin-Prozess liegt das Risiko nicht bei ihnen, sondern bei den Banken. via

Boa, jetzt bin ich baff. Als ich da mal an der Kasse nachgefragt hatte, warum die Bezahlung per Karte bei Manchen unterschrieben werden muss und bei Anderen wieder ein PIN verlangt wird, habe ich meist die Antwort erhalten „dies sei Zufall um die Sicherheit der Bezahlung zu gewährleisten“. Nun wurde ich eines Besseren belehrt.

Basel III – FAQ

Da mich das Thema Basel III in Zukunft sicher weiter beschäftigen wird, poste ich hier für die Ablage auszugsweise einen recht übersichtlichen Artikel von tagesschau.de:

Mit „Basel III“ sollen die Kreditinstitute gezwungen werden, für Risikofälle mehr Eigenkapital vorzuhalten. Den Notenbankchefs und Aufsichtsbehörden der 27 Unterzeichner-Staaten geht es darum, staatliche Hilfen künftig möglichst zu vermeiden.

Was ist das Ziel von „Basel III“?
„Basel III“ ist ein neues internationales Regelwerk, dass die Finanzwelt stabiler machen soll. Die internationalen Bankenaufseher wollen die Institute zwingen, mehr Eigenkapital vorzuhalten, um in einer Krise ausreichend Puffer zu haben. Turbulenzen sollen die Banken künftig möglichst ohne staatliche Hilfe bewältigen. (…)

Welche Regelungen sieht „Basel III“ vor?
Der Baseler Ausschuss beschloss, dass die Banken binnen einer Übergangsfrist von sechs Jahren beginnend am 1. Januar 2013 ihre Kernkapitalquote von derzeit vier auf insgesamt sechs Prozent erhöhen. Zudem müssen sie eine Notreserve von 2,5 Prozent vorhalten. Um in Kraft zu treten, muss die Vereinbarung noch von den jeweiligen Regierungen unterzeichnet werden. Die Kernkapitalquote beschreibt das Verhältnis vom Kapital einer Bank zu ihren riskobehafteten Geschäften, also zu den vergebenen Krediten und den getätigten Geldanlagen. Das Kernkapital kann in Finanzkrisen die Verluste abfangen, die es durch Kreditausfälle und Kursabstürze gibt.

Was heißt das für die Banken?
Werden die Kapitalanforderungen an die Banken erhöht, müssen die Institute ihre Geldpuffer aufstocken. Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) rechnet alleine für die zehn größten deutschen Banken mit einem Kapitalmehrbedarf von womöglich 105 Milliarden Euro. Kernkapital kann aufgestockt werden, indem Banken Gewinne einbehalten oder neue Aktien ausgeben. (…)

Ab wann sollen die Regeln gelten?
Für die Anpassung an die neuen Regeln sollen die Kreditinstitute eine Übergangsfrist bekommen. Damit soll verhindert werden, dass sie die Kreditvergabe – wie bereits im Vorfeld von mehreren Banken angedroht – einschränken. Die neue Kapitalquote soll von 2013 bis 2015 stufenweise ansteigen.

Was bedeutet „Basel III“ für Bankkunden?
Eine höhere Kernkapitalquote macht Banken stabiler, weil sie beim Ausfall von Krediten in einer Krise genug Reserven haben. Das Risiko von Bankpleiten sinkt, damit ist das Geld der Bankkunden sicherer. Unklar ist, ob die Institute neuen Kapitalbedarf auch über höhere Gebühren einzuspielen versuchen. Geschmälert werden auch die Dividenden von Bank-Aktionären, wenn die Institute mehr von ihren Gewinnen einbehalten.

Hier gibt’s den ganzen Artikel

Baden Württemberg vs. Abgeordnetenwatch

Da bei der Abgeordnetenwatch Schulnotenbewertung recht viele Abgeordnete aus dem „schwarzen Lager“ schlecht weggekommen sind (sogenannte „Internetausdrucker“ würde ich jetzt einfach mal vermuten) wird jetzt auf Landesebene gegen den überparteilichen Verein vorgegangen.

Was uns allerdings kürzlich in Baden-Württemberg widerfahren ist, hat selbst uns überrascht. Dort hat der Chef der CDU-Landtagsfraktion, Peter Hauk, seine Fraktionskollegen im April öffentlich per Pressemitteilung aufgefordert, keine Fragen über abgeordnetenwatch.de zu beantworten. Seine Begründung: Die Internetseite des Landtags, die der Fraktion sowie der direkte Mailkontakt reichten aus, um den direkten Draht mit Abgeordneten zu suchen. Gleichzeitig wandten sich mehrere Abgeordnete an die baden-württembergische Landeszentrale für politische Bildung, die uns einen einmaligen Kooperationsbeitrag in Höhe von 5.000 Euro zugesagt hatte, und beschwerten sich über abgeordnetenwatch.de. Offenbar sind öffentliche Bürgeranfragen dann doch zu lästig.

Vier Wochen später löste die Landeszentrale die Kooperation mit abgeordnetenwatch.de auf und kürzte ihren Beitrag auf 1.500 Euro. Der Direktor der Landeszentrale und ehemalige CDU-Bundestagskandidat, Lothar Frick, versicherte uns, es habe keinerlei Einflussnahmen auf diese Entscheidung seitens der Parteien gegeben… via abgeordnetenwatch.de Newsletter

Was bei der Piratenpartei Liquid Democracy heisst und bei den internen Hardlinern für Wirbel sorgte, heisst in extrem vereinfachter Form hier eben Abgeordnetenwatch.

Transparenz? Für alle Bürger? Niemals. Man sieht an diesem Beispiel welchen Einfluss die CDU auf die „Landeszentrale für politische Bildung“ ausgeübt haben muss, wenn Sie einen so hohen Betrag nochmal kürzen müssen. Traurige Realität, leider.