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Archive for the ‘Leitwährung’ Category

Aktienmarkt in freiem Fall – Ein neuer Börsencrash?

Nach Barrosos Rüffel, den neuen Negativbotschaften aus Italien und der Intervention der EZB (es werden wieder toxische Papiere zurückgekauft) geht es an den Börsen einmal mehr zur Sache:

Der Absturz am Aktienmarkt scheint nicht zu bremsen. In New York verlor der wichtigste US-Index Dow Jones am Donnerstag 4,3 Prozent und fiel auf den niedrigsten Stand des Jahres. Er schloss bei 11.383 Punkten – 513 weniger als am Vortag. Es war der schlimmste Absturz seit dem Oktober 2008, dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise.
(…) „Alles – die Arbeitslosendaten eingeschlossen – deutet auf dasselbe hin: Die Wirtschaft steht still“, sagte er. Sein Kollege Peter Kenney von Knight Capital sprach von wahllosen Verkäufen. „Heute morgen ist der Damm gebrochen“, erklärte er. via

Au Weia, dann dürfte demnächst eine noch stärkere Inflation zu erwarten sein, als die momentan bekannten 2,3 %. Gut, dass wir Deutschen dem Aktienhandel eine gewisse Abgeneigtheit entgegenbringen. Somit geht wenigstens die Mittelschicht nicht ganz so schnell pleite, wie das z.B. in Amerika passieren kann.

Update:
Amerika wurde bei der Kreditwürdigkeit herabgestuft.

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USA soll herabgestuft werden – Irland auf Ramsch

Die Ratingagentur Standard & Poor’s

    erwägt

eine Herabstufung der USA. Die Bonitätswächter bestätigten am Montag zwar die Top-Note „AAA“ für die Vereinigten Staaten, änderten den Ausblick aber von „stabil“ auf „negativ“. via

Das Überraschende an dieser Meldung ist eigentlich nicht das „erwägen“ einer Herabstufung Amerikas, sondern die Dauer, die ein solcher logischer Gedankengang benötigte. Eigentlich hätten die USA bereits 2009 deutlich heruntergestuft werden müssen, doch da die Ratingagenturen immer wieder ihre in Anführungszeichen „NEUTRALITÄT“ beweisen, kann ein solches Rating oder eben auch die Ankündigung nur mit einem großen Augenzwinkern betrachtet werden. Der Zusammenhang zwischen den Ratingagenturen und dem amerikanischen Staat ist eigentlich logisch aufgebaut: Verliert der USD an Bedeutung, verlieren auch die Ratingagenturen in Amerika an Bedeutung. Der Weg aus diesem Dilemma bleibt jedenfalls sehr spannend.

Der deutsche „Wirtschaftsweise“ Peter Bofinger hat sich angesichts der griechischen (O_o)Finanzkrise 2009/10 und der Gefahr eines Übergreifens auf weitere Länder für die Gründung einer „europäischen, nicht gewinnorientierten Ratingagentur“ ausgesprochen. Die drei großen Rating-Agenturen Standard Poor’s, Moody’s und Fitch hätten „bisher in jeder Krise massiv versagt“, seien dafür bislang aber noch nicht zur Rechenschaft gezogen worden. Es gebe weder einen echten Wettbewerb unter den Ratingagenturen noch hafteten sie für ihre Beurteilungen. via

In Irland sieht man mal, wie eine richtige Herabstufung ausieht:

Die Ratingagentur Moody’s hat die Bonität der irischen Banken gesenkt, die vom Staat gestützt werden müssen. Die Geldhäuser stehen zwei Noten schlechter da als zuvor. So ist der größte Kreditgeber des Landes, die Bank of Ireland nun unter „Ba1“ gelistet. (…) Das bedeutet, dass Moody’s die Anleihen aller Kreditinstitute der Insel als Junk einstuft. via

Vielleicht brauchen wir nicht die von Hr. Bofinger vorgeschlagene nicht gewinnorientierte europäische Ratingagentur, sondern einfach nur gesunden Menschenverstand. Denn eins steht fest: Eine europäische Ratingagentur wird die europäischen Länder bevorzugt bewerten, analog zu den amerikanischen Agenturen. Alles Andere wäre einfach nur dumm.

Weltgrößter Rentenfonds stellt sich auf Schuldenkrise in den USA ein

Weil er einen massiven Wertverlust von US-Staatsanleihen befürchtet, trennte sich der knapp 240 Milliarden Dollar schwere Pimco Total Return Fund nach Angaben vom Mittwochabend bereits im Februar komplett von seinen Beständen an US-Schuldenpapieren. via

Nun kann mit Spannung Chinas nächster Schritt erwartet werden.

China vs. USA – Kommt nun der Todesstoß?

03/03/2011 1 Kommentar


Kleine aber feine Meldung: China geht einen weiteren Schritt in Richtung weltweit führende Leitwährung und attackiert einmal mehr die angeschlagene USA:

Berlin – Es ist unscheinbare Ankündigung, doch sie hat das Potential, das Machtgefüge auf dem Weltwährungsmarkt nachhaltig zu verändern: China stärkt die internationale Rolle des Yuan. Alle Exporteure und Importeure sollen noch in diesem Jahr die Geschäfte mit ihren ausländischen Partnern in Yuan abrechnen können, teilte die Zentralbank am Mittwoch in Peking mit.
Damit werde auf die wachsende Bedeutung des Yuan als weltweite Reservewährung reagiert.
via

Dieser Schritt ist für China nur logisch, bietet er für alle Beteiligten doch eigentlich nur Vorteile. Für Amerika könnte dies jedoch der Anfang vom Ende bedeuten… Das größte Risiko für China ist eigentlich nach wie vor die schwache interne Stabilität des Landes. (s. hier) Sollte es China auf lange Sicht gelingen, diese Schwächen auszumerzen (z.B. über den Leitwährungshebel) sehe ich China langfristig an der Spitze der Weltmächte.

Hochzeit der deutschen und der amerikanischen Börse

17/02/2011 1 Kommentar

Ein Moloch entsteht: Die Deutsche Börse und die NYSE besiegeln ihre Ehe zur größten Aktien-, Derivate- und Optionsbörse der Welt. Wer darin am Ende das Sagen hat, bleibt offen – und unwichtig. Fest steht: Der Riese wird den globalen Handel beherrschen. via

Also, die deutsche und die amerikanische Börse fusionieren. Da die amerikanische Börse eigentlich immer für das Herz des Kapitalismus stand und deshalb auch klar in Amerika angesiedelt war, macht man sich nun doch Gedanken darüber, wie es zu so einer Fusion kommen kann und welche Auswirkungen ein solches Handeln haben könnte…

Um es in „Spiegel Worten“ zu sagen:

Fest steht: Wir hatten eine Wirtschaftskrise, deren Hauptursache in Amerika liegt.
Fest steht: Der chinesische Renminbi setzt den Dollar weiter unter Druck.
Fest steht: Das quantitative Easing der Fed (und auch der EU) zeigt seine Auswirkungen.

Deutschland steht weiterhin zu Amerika und damit dem Dollar als Leitwährung. Aus deutscher Sicht ist nun die eigentliche Frage, welchen Nutzen Deutschland aus dieser Handlung haben könnte. Im Endeffekt müssen sich die „Entscheider“ gedacht haben: „Wir entscheiden uns lieber für den klassischen, bekannten Amerikaner, als den unberechenbaren, unbekannten Chinesen.“ Oder: „Never change a running system.“ Wobei das System ja eigentlich gar nicht mehr so sauber läuft?!

Doch was ist eigentlich die Aufgabe einer Börse? Wikipedia schreibt Folgendes:

Eine Börse dient der zeitlichen und örtlichen Konzentration des Handels von fungiblen Gütern unter beaufsichtigter Preisbildung. Ziele sind eine gesteigerte Markttransparenz für Wertpapiere, die Steigerung der Effizienz und der Marktliquidität, die Verringerung der Transaktionskosten sowie der Schutz vor Manipulationen.
via

Ähm. Die amerikanische Börsenaufsicht hat doch kläglich versagt, was uns ja eigentlich in die Finanzkrise gestürzt hat? Aber naja. Nun ist ja alles anders. Nun muss die amerikanische und die deutsche Börsenaufsicht zusammenarbeiten. Da bin ich mal gespannt, ob nun alles noch „transparenter“ und „einfacher“ wird. Ich vermute viel mehr, dass die Fusion eher das Gegenteil bewirkt: Intransparenz und Manipulationsmöglichkeiten und zwar diesmal in noch größerem Ausmaß!

Naja lassen wir das. Jetzt zählen wir mal eins und eins zusammen. Was kommt dabei heraus, wenn zwei der weltweit größten Marktplätze für „fungible Güter“ (=leicht austauschbare Güter) zusammenarbeiten, oder sich gar zusammenschliessen?
Richtiiiiiig. Eine Kartell zwischen Unternehmen bzw. Staaten. Einen exakten Begriff dazu kann ich leider nicht bieten, da ich die Börse momentan nicht richtig zuordnen kann… Ist eine Börse ein privates oder ein staatliches Unternehmen? Der Frage gehe ich demnächst mal nach.

Fed überholt China beim Ankauf von Staatsanleihen

Demnach erreichte das Volumen an Treasuries, Schatzwechseln und anderen US-Schuldtiteln im Besitz der Notenbank in der vergangenen Woche 1108 Mrd. Dollar. Die von China gehaltenen Bestände belaufen sich laut einer Statistik des US-Finanzministeriums auf 896 Mrd. Dollar. via

Also DAS war jetzt nicht abzusehen! ;-) Zeigt aber das Ausmaß des quantitative Easing der Fed.

Währenddessen warnt Ben Bernanke vor einem Staatsbankrott…

Es sei nicht wahrscheinlich, aber man solle damit auch nicht „herumspielen“, dass die USA wegen der Schuldengrenze ihre Kredite möglicherweise nicht mehr bedienen könnten, so Bernanke. Er warnte damit indirekt vor einem Staatsbankrott. „Die Folgen für unser Finanzsystem, für die Finanzpolitik und die Wirtschaft wären katastrophal,“ sagte der Notenbankchef. via

Auswirkungen des Quantitative Easings – „Schwellen-„Inflation

zu Beginn des neuen Jahres werden die Auswirkungen des Quantitative Easings der Fed immer deutlicher. Auffällig daran ist, dass durch den parallel stattfindenden Währungskrieg die Währungen der Industrieländer stabil geblieben sind. Dies war für die Industrieländer quasi eine Win-Win Situation. Wer jedoch die Geldflut deutlich spürt sind die Schwellenländer:

Chile kämpft gegen Dollar-Flut
Investoren legen ihr Geld scharenweise in Schwellenländern an. Das treibt deren Währungen: Der chilenische Peso schnellte zuletzt um 17 Prozent hoch. (…) Die Zentralbank kündigte am späten Montagabend drastische Interventionen am Devisenmarkt an. Ab Mittwoch will sie insgesamt 12 Mrd. Dollar aufkaufen, um die heimische Währung zu schwächen.via

Inflation in Asien:
Grundnahrungsmittel können so teuer werden, dass Arme sie sich nicht mehr leisten können, ebenso wie Treibstoff oder Transport. Doch die Notenbanken der Länder stecken in der Zwickmühle: Erhöhen sie im Kampf gegen die Teuerung die Zinsen, machen sie sich noch attraktiver für Anleger. via

Es ist nun offensichtlich, dass die Schwellenländer die Krise bezahlen werden. Dass hier gnadenlos über Leichen gegangen wird, brauche ich wohl nicht näher zu erläutern.
Den Schwellenländern bleibt jedoch momentan keine Wahl: Dollars kaufen und die eigene Geldmenge ausdehnen. Dies sorgt für eine solche „Schwellen-„Inflation.