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Archive for the ‘Basel I II und III’ Category

Notenbanken öffnen Dollar-Schleuse

Die führenden Notenbanken fluten den Markt mit Dollar-Krediten. Die gemeinsame Aktion soll insbesondere die Liquidität der Banken in den hoch verschuldeten Staaten verbessern.

Die führenden Notenbanken weltweit steuern jetzt gemeinsam der wieder aufkommenden Vertrauenskrise zwischen den internationalen Bankhäusern entgegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) will in Kooperation mit der US-Notenbank Fed den europäischen Instituten längerfristige Dollar-Kredite zur Verfügung stellen. Auch die Bank of England, die japanische Notenbank und die Schweizerische Nationalbank beteiligen sich an der konzertierten Aktion. via

Das sieht mir ganz und gar nach einem Dollar Tsunami aus. Übrigens ist der Zeitpunkt dafür mehr als pfiffig gewählt. Vor exakt drei Jahren nach der Lehman Pleite UND passenderweise auch noch an dem Tag mit dem aktuellen UBS Skandal… Wow, das nenne ich Timing!

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Aktienmarkt in freiem Fall – Ein neuer Börsencrash?

Nach Barrosos Rüffel, den neuen Negativbotschaften aus Italien und der Intervention der EZB (es werden wieder toxische Papiere zurückgekauft) geht es an den Börsen einmal mehr zur Sache:

Der Absturz am Aktienmarkt scheint nicht zu bremsen. In New York verlor der wichtigste US-Index Dow Jones am Donnerstag 4,3 Prozent und fiel auf den niedrigsten Stand des Jahres. Er schloss bei 11.383 Punkten – 513 weniger als am Vortag. Es war der schlimmste Absturz seit dem Oktober 2008, dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise.
(…) „Alles – die Arbeitslosendaten eingeschlossen – deutet auf dasselbe hin: Die Wirtschaft steht still“, sagte er. Sein Kollege Peter Kenney von Knight Capital sprach von wahllosen Verkäufen. „Heute morgen ist der Damm gebrochen“, erklärte er. via

Au Weia, dann dürfte demnächst eine noch stärkere Inflation zu erwarten sein, als die momentan bekannten 2,3 %. Gut, dass wir Deutschen dem Aktienhandel eine gewisse Abgeneigtheit entgegenbringen. Somit geht wenigstens die Mittelschicht nicht ganz so schnell pleite, wie das z.B. in Amerika passieren kann.

Update:
Amerika wurde bei der Kreditwürdigkeit herabgestuft.

Basel III – FAQ

Da mich das Thema Basel III in Zukunft sicher weiter beschäftigen wird, poste ich hier für die Ablage auszugsweise einen recht übersichtlichen Artikel von tagesschau.de:

Mit „Basel III“ sollen die Kreditinstitute gezwungen werden, für Risikofälle mehr Eigenkapital vorzuhalten. Den Notenbankchefs und Aufsichtsbehörden der 27 Unterzeichner-Staaten geht es darum, staatliche Hilfen künftig möglichst zu vermeiden.

Was ist das Ziel von „Basel III“?
„Basel III“ ist ein neues internationales Regelwerk, dass die Finanzwelt stabiler machen soll. Die internationalen Bankenaufseher wollen die Institute zwingen, mehr Eigenkapital vorzuhalten, um in einer Krise ausreichend Puffer zu haben. Turbulenzen sollen die Banken künftig möglichst ohne staatliche Hilfe bewältigen. (…)

Welche Regelungen sieht „Basel III“ vor?
Der Baseler Ausschuss beschloss, dass die Banken binnen einer Übergangsfrist von sechs Jahren beginnend am 1. Januar 2013 ihre Kernkapitalquote von derzeit vier auf insgesamt sechs Prozent erhöhen. Zudem müssen sie eine Notreserve von 2,5 Prozent vorhalten. Um in Kraft zu treten, muss die Vereinbarung noch von den jeweiligen Regierungen unterzeichnet werden. Die Kernkapitalquote beschreibt das Verhältnis vom Kapital einer Bank zu ihren riskobehafteten Geschäften, also zu den vergebenen Krediten und den getätigten Geldanlagen. Das Kernkapital kann in Finanzkrisen die Verluste abfangen, die es durch Kreditausfälle und Kursabstürze gibt.

Was heißt das für die Banken?
Werden die Kapitalanforderungen an die Banken erhöht, müssen die Institute ihre Geldpuffer aufstocken. Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) rechnet alleine für die zehn größten deutschen Banken mit einem Kapitalmehrbedarf von womöglich 105 Milliarden Euro. Kernkapital kann aufgestockt werden, indem Banken Gewinne einbehalten oder neue Aktien ausgeben. (…)

Ab wann sollen die Regeln gelten?
Für die Anpassung an die neuen Regeln sollen die Kreditinstitute eine Übergangsfrist bekommen. Damit soll verhindert werden, dass sie die Kreditvergabe – wie bereits im Vorfeld von mehreren Banken angedroht – einschränken. Die neue Kapitalquote soll von 2013 bis 2015 stufenweise ansteigen.

Was bedeutet „Basel III“ für Bankkunden?
Eine höhere Kernkapitalquote macht Banken stabiler, weil sie beim Ausfall von Krediten in einer Krise genug Reserven haben. Das Risiko von Bankpleiten sinkt, damit ist das Geld der Bankkunden sicherer. Unklar ist, ob die Institute neuen Kapitalbedarf auch über höhere Gebühren einzuspielen versuchen. Geschmälert werden auch die Dividenden von Bank-Aktionären, wenn die Institute mehr von ihren Gewinnen einbehalten.

Hier gibt’s den ganzen Artikel

Industrie vs. Rating Agenturen

Deutschlands Industrie begehrt gegen die Macht der internationalen Ratingagenturen auf. (…) Zuletzt hatten bereits die DAX-Konzerne Adidas und SAP Anleihen begeben, ohne sich von einer Ratingagentur bewerten zu lassen. Weitere prominente Fälle sind Otto, Solarworld, Celesio oder Stada. Bislang verzichteten aber vor allem solche Firmen auf ein Rating, die zuvor noch keine Bonds begeben hatten. Dass – wie im Fall Dürr – ein Unternehmen sein Rating aufgibt, ist dagegen sehr selten und ein Alarmsignal für die Bonitätsfirmen Standard & Poor’s (S&P), Moody’s und Fitch. (…) via

Immer mehr große, bekannte Unternehmen pfeifen also auf die Rating Agenturen. Doch Warum gibt es eigentlich diese Agenturen? Der Markt der bekannten, privaten und gewinnorientierten Unternehmen ist ziemlich überschaubar, denn es gibt gerade mal drei wirkliche Konkurrenten (S&P, Moody’s und Fitch), die eigentlich alle ziemlich nach denselben Kriterien bewerten… Diese Agenturen haben sehr viel Macht, denn das Ratingergebnis entscheidet letztlich die Kosten (Zinsen) eines Kredits. Je höher das Risiko eines Zahlungsausfalls, desto höher die Zinsen für die Kapitalgeber. Dies hat natürlich gravierende Auswirkungen auf die Unternehmen, die ein schlechtes Rating bekommen.
Gerade deutsche Unternehmen sind eher für eine nicht sonderlich hohe Eigenkapitalquote bekannt und müssen dementsprechend tief in die Tasche greifen. Die großen Firmen, die im FTD Artikel beschrieben werden, beschaffen sich Ihr Fremdkapital in Zukunft also lieber über Privatinvestoren.
Irgendwie deckt sich diese Vorgehensweise nicht wirklich mit dem Grundgedanken von Basel I und Basel II.

(…) Ziele sind, wie schon bei Basel I, die Sicherung einer angemessenen Eigenkapitalausstattung von Instituten und die Schaffung einheitlicher Wettbewerbsbedingungen sowohl für die Kreditvergabe als auch für den Kredithandel. (…) via

Ich denke zu diesem Thema wird demnächst noch einiges an Gesprächsbedarf und v.a. Klärungsbedarf bestehen. Denn eins ist sicher: Der deutsche Mittelstand zahlt bei Basel II ordentlich drauf. Es werden also sicherlich noch weitere Firmen nachziehen!