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Kakaowars – Aus den Fehlern der Vergangenheit lernen

Die Elfenbeinküste ist einer der größten Kakaoproduzenten der Welt. Aufgrund der erbitterten Kämpfe in den vergangenen Monaten lagern noch über 500.000 Tonnen Kakaobohnen in den Häfen von Abidjan und San Pedro. Experten schätzen, dass die Kakaobestände einen Wert von über 1,7 Milliarden Dollar haben. via

Gbagbo steht vor einem fetten Problem: Einerseits will er alle Kakaoexporte über den Staat abwickeln, andererseits hat er kein Geld die Bauern zu bezahlen. Was macht also der größte Exporteur eines Produktes? Man hält Lieferungen zurück, verknappt das Angebot, die Preise steigen…

Vor ein paar Monaten hieß es noch, dass der Hedgefonds namens „Chocfinger“ mit Verlusten aus dem Kakaogeschäft ausgestiegen ist, da die Preise für Kakao aufgrund des guten Wetters in der Elfenbeinküste gesunken sind. Zusätzlich sorgten hohe Lagerkosten, sowie der Verzicht auf Absicherungsgeschäfte für den Verlust des Hedgefonds.

Bei Gbagbo könnte die Strategie jedoch aufgehen. Ob das Ergebnis gut für die Bevölkerung ist, sei mal dahingestellt. Denn das Geld das er mit Kakao einnimmt, wird er knallhart in das Militär stecken.

Unkoordiniertes Vorgehen gegen Despoten

Nur wenn sich Deutschland offen gegen Gbagbo aussprechen würde (und mit Deutschland meine ich die Bürger, die Politik UND die Firmen) und WIRKLICHE Schritte gegen ein nicht legitimiertes Staatsoberhaupt vereint durchführen, liesse sich tatsächlich etwas an der Situation der Bevölkerung verändern.

Eine Sperrung der Konten und ein Einreiseverbot in die EU sind erste Schritte, doch könnte man durch ein gezieltes, gemeinsames Vorgehen von Staat UND Bevölkerung UND Firmen einen viel größeren Hebel gegen einen solchen Despoten erzeugen! (V.a. wenn die Achillesverse so offen auf dem Silbertablett serviert wird.)

Eine gezielte Aktion am Beispiel von Gbagbo müsste also durch vier Säulen getragen werden:

– Bevölkerung
– Staat/EU
– Firmen
– Presse

„F$§% Dich Gbagbo! Essen wir hald keine Schokolade mehr!“ Ein Einzelner wird nicht viel verändern. Das ist das große Dilemma in dem wir stecken am Beispiel von Kakao. Dasselbe könnte man jetzt am Beispiel Libyen und Öl durchspielen, oder…

Würde jedoch die breite Masse darüber aufgeklärt werden, dass mit dem Verzicht von ein paar Tafeln Schokolade der Kampf gegen einen Mörder unterstützt wird, und man nebenbei noch ein paar Kilos abnimmt, wäre die Unterstützung der Bevölkerung gesichert. Wenn nun noch parallel die EU die Konten einfriert, ein Waffenembargo verhängt und dort mit Blauhelmelmen Präsenz zeigt und die Firmen ebenfalls mitziehen, kann eine wirkliche Veränderung stattfinden!

Natürlich ist dies jetzt vereinfacht dargestellt. Die Realität lehrt uns jedoch, dass die aktuelle Vorgehensweise mit der EU, einen Despoten nicht wirklich abschreckt, da die Auswirkungen zu verkraften sind! Diese Blogbeitrag bietet sicher nicht die Lösung der Probleme mit Tyrannnen. Er soll vielmehr dazu beitragen die Diskussion um den Erfolg oder Misserfolg der momentanen Vorgehensweise der EU darzulegen und neue, wenn auch komplexere Lösungswege aufzuzeigen.

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  1. Es gibt noch keine Kommentare.
  1. 12/04/2011 um 14:06

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