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Vermeintlicher Privatsphäreschutz durch einseitige Berichterstattung

27/09/2010

Diesen Artikel poste ich hier vorsichtshalber mal komplett, falls dieser gelöscht werden sollte. Der Zeitungsartikel bezieht sich auf dieselbe Thematik, die ich hier bereits beschrieben habe:

Meerbusch (dpa-infocom) – Wer sich einen Computer teilt, will die Partner nicht automatisch an seinen Netzaktivitäten teilhaben lassen. Für diejenigen, die ihre Exkursionen durchs Netz geheim halten wollen, bietet der Firefox-Browser den Privatmodus an.

Wer den Privatmodus aktiviert, kann im Web surfen, ohne Spuren auf dem eigenen Rechner zu hinterlassen. Es werden dann keine Cookies angelegt und auch die angesteuerten Webadressen nicht aufgezeichnet. Wenn allerdings jemand vergisst, rechtzeitig den Privatmodus einzuschalten, gibt es auf der Festplatte jede Menge digitaler Spuren, die Rückschlüsse auf die Surftour zulassen. Aber selbst das ist halb so wild, denn zumindest die Surfspuren der letzten Stunden lassen sich in Firefox ganz leicht beseitigen.

Dazu im Firefox-Browser den Befehl «Extras | Neues Chronik löschen» aufrufen, alternativ die Tastenkombination [Strg][Umschalten][Entf] drücken. Im darauf folgenden Fenster lässt sich der Löschzeitraum festlegen – auf die vergangene Stunde, die letzten beiden Stunden, die letzten vier Stunden oder gleich den ganzen Tag. Im Detailbereich festgelegen, was genau rausfliegen soll, etwa Cookies, Cache-Inhalte und gespeicherte Anmeldedaten («Aktive Logins»). Nach einem Klick auf «Jetzt löschen» sind die unerwünschten Surfspuren verschwunden. via

Dieser Text beinhaltet mehrere Falschinformationen und sollte in der Form nicht der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Ein 0815-Anwender, der diesen Text liest und sich darauf verlässt, fühlt sich durch die Aktivierung des Privatmodus in einer vordergründig sicheren Umgebung.

Wer sich für die Hintergründe interessiert, sollte sich diesen Bericht zu einer Studie der Stanford Universität zu diesem Thema durchlesen, der zu folgendem Fazit kommt:

Browser-Hersteller und die Entwickler von Browser-Erweiterungen müssen einiges tun, damit der Privat-Modus seinen Namen zurecht trägt. Im Moment ist er kaum mehr als ein Feigenblatt, das technisch versierte Spione nicht aufhalten kann. Bis es soweit ist empfehlen wir für private Touren durchs Netz Google Chrome. Behalten Sie aber im Hinterkopf, dass auch dieser Browser im Privat-Modus heruntergeladene Dateien und Lesezeichen auf der Festplatte speichert und vermeiden Sie es, Erweiterungen für den Privat-Modus zu aktivieren. via

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