Basel III – FAQ

21/09/2010

Da mich das Thema Basel III in Zukunft sicher weiter beschäftigen wird, poste ich hier für die Ablage auszugsweise einen recht übersichtlichen Artikel von tagesschau.de:

Mit „Basel III“ sollen die Kreditinstitute gezwungen werden, für Risikofälle mehr Eigenkapital vorzuhalten. Den Notenbankchefs und Aufsichtsbehörden der 27 Unterzeichner-Staaten geht es darum, staatliche Hilfen künftig möglichst zu vermeiden.

Was ist das Ziel von „Basel III“?
„Basel III“ ist ein neues internationales Regelwerk, dass die Finanzwelt stabiler machen soll. Die internationalen Bankenaufseher wollen die Institute zwingen, mehr Eigenkapital vorzuhalten, um in einer Krise ausreichend Puffer zu haben. Turbulenzen sollen die Banken künftig möglichst ohne staatliche Hilfe bewältigen. (…)

Welche Regelungen sieht „Basel III“ vor?
Der Baseler Ausschuss beschloss, dass die Banken binnen einer Übergangsfrist von sechs Jahren beginnend am 1. Januar 2013 ihre Kernkapitalquote von derzeit vier auf insgesamt sechs Prozent erhöhen. Zudem müssen sie eine Notreserve von 2,5 Prozent vorhalten. Um in Kraft zu treten, muss die Vereinbarung noch von den jeweiligen Regierungen unterzeichnet werden. Die Kernkapitalquote beschreibt das Verhältnis vom Kapital einer Bank zu ihren riskobehafteten Geschäften, also zu den vergebenen Krediten und den getätigten Geldanlagen. Das Kernkapital kann in Finanzkrisen die Verluste abfangen, die es durch Kreditausfälle und Kursabstürze gibt.

Was heißt das für die Banken?
Werden die Kapitalanforderungen an die Banken erhöht, müssen die Institute ihre Geldpuffer aufstocken. Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) rechnet alleine für die zehn größten deutschen Banken mit einem Kapitalmehrbedarf von womöglich 105 Milliarden Euro. Kernkapital kann aufgestockt werden, indem Banken Gewinne einbehalten oder neue Aktien ausgeben. (…)

Ab wann sollen die Regeln gelten?
Für die Anpassung an die neuen Regeln sollen die Kreditinstitute eine Übergangsfrist bekommen. Damit soll verhindert werden, dass sie die Kreditvergabe – wie bereits im Vorfeld von mehreren Banken angedroht – einschränken. Die neue Kapitalquote soll von 2013 bis 2015 stufenweise ansteigen.

Was bedeutet „Basel III“ für Bankkunden?
Eine höhere Kernkapitalquote macht Banken stabiler, weil sie beim Ausfall von Krediten in einer Krise genug Reserven haben. Das Risiko von Bankpleiten sinkt, damit ist das Geld der Bankkunden sicherer. Unklar ist, ob die Institute neuen Kapitalbedarf auch über höhere Gebühren einzuspielen versuchen. Geschmälert werden auch die Dividenden von Bank-Aktionären, wenn die Institute mehr von ihren Gewinnen einbehalten.

Hier gibt’s den ganzen Artikel

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